Oberstockenalp

„S’würt wyss über z’Horn ii, leget d’Zün ab i dr Ornig, äs winteret bald.“

Die Zäune sind abgelegt, der Käse im Keller im Tal, wo er noch weiter gepflegt wird.
Im Januar sind dann alle gespannt, wenn der erste Alpkäse vom Sommer 2016 angeschnitten wird. Ob er wohl schmecken wird?

Abgesehen von der grossen Nässe im Juni - wo die Stiefel zu wenig hoch waren und es «dräcket» hat - war es ein toller Sommer. Ausser einem lahmen Gusti hatten wir Glück im Haus und Stall. „Gfehl gha“ sagt man hier im Oberland.
Das uns anvertraute Vieh - wir sömmern Tiere von verschiedenen Bauern aus dem Tal und Unterland - konnten wir wieder gesund abgeben, mit sechs auf der Alp geborenen Mutterkuhkälbern dazu. Wenn dann der letzte Kuhschwanz in den Viehanhänger verladen ist, bin ich erleichtert, etwas weniger Verantwortung zu tragen.
Die interessanten Begegnungen mit Leuten die unsere Arbeit auf der Alp schätzen und einzuordnen wissen, tragen viel zur Freude an der Arbeit bei.
Auf dem Berg überkommt einem das Gefühl der grenzenlosen Freiheit, wo man tun und lassen kann was man will. Und doch hier leben Menschen, die die Alpen hegen und pflegen.
Es hat deshalb mit Anstand zu tun, wenn man fragt, ob man campieren darf, oder wo es möglich wäre, ein Feuer zu machen. Zu Hause wird auch nicht im Blumenbeet campiert oder mitten im Rasen eine Feuerstelle errichtet. Hier erwarten wir chli Respekt.

Ein grosser Dank geht an unser Team für den tollen Einsatz und der Identifikation mit unserem Alpbetrieb. Wir durften mit euch eine tolle Zeit erleben und haben viel zusammen gelacht.

Nun ist es soweit, der Schlüssel ist gedreht, die Bälken zu, also die Hütte «ds Winter gstellt». Wes nüt anders git, de bis nächste Summer uf der Oberstockenalp. Häbet ä gueti Zyt und merci vilmal für eues Inträssä.

Werner Bühler, Oberstockenalp

Anne-Sophie Klee
31. Oktober 2016 - 13:43
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