Alp Empächli

Die Wochenendälplerin

Liebe Blogleserinnen und Leser

Gerne schreibe ich für Sie einen Blog als Wochenendälplerin. Freitags, wenn ich meinen Korb packe, um für drei Tage auf die Alp zu gehen, bin ich ganz gespannt was in der Zwischenzeit alles gelaufen ist. Jedes Mal staune ich wieviel Unkraut gemäht wurde, um wieviel der Heustock auf dem Heimbetrieb gewachsen ist, wieviel Butter und Käse produziert wurde.

Mein erster Halt ist in der Regel beim Käsespeicher, wie könnte es als alte Sennerin anders sein:» Ich will doch luegä öb der Chäs recht schmiert.»

Beruhigt fahre ich endlich zum Oberstafel hoch, wo die Jungmannschaft nun die nächsten Wochen mit dem Vieh verbringt. Dort erwarten mich meine jüngsten beiden Enkelkinder. Es ist eine wahre Freude, die Kinder auf der Alp aufwachsen und gedeihen zu sehen.

Beni und Sandra, Sandra in der Zwischenzeit bald im siebten Monat schwanger. Äs bitzäli rund, aber immer ganz flissig, melchä, anggnä, Chüh usäloh und am Beni bim usämischtä helfä.

Jörg der Senn und Katharina mit den beiden kleinen Sonnenscheinen Klara und Albert.

Katharina ist für das leibliche Wohl und den Nachschub besorgt. Katharina hilft, was neben den beiden Kleinen geht, überall mit. Ich glaube ganz gerne steigt sie mit Albert im Tragetuch zu den Rindern hoch, um diese zu kontrollieren und sie mit Salz zu versorgen.

Ganz froh bin ich wenn es Sandra mit dem Kugelbauch gut geht und sie sich nicht überfordert bei der Arbeit.

Glücklich bin ich, dass die beiden Brüder Jörg und Beni so gut zusammen arbeiten können. Jörg hat anfangs Jahr zu dem Alpbetrieb den Heimbetrieb übernommen. Er ist fürs Käsen und die Käsepflege zuständig und trägt als Pächter der Alp und neu Betriebsleiter unseres Heimbetriebes die Verantwortung. Beni hat ein gutes Auge für die Tiere. Er arbeitet gerne draussen, sei es das Mähen auf dem Heimbetrieb oder Zäunen auf der Alp und die Tiere, die sind Benis Leidenschaft.

Was tue ich wenn ich oben auf der Alp bin, mich trifft man bei Käsen und Melken an. Gerne lege ich Hand an wo es nötig ist. Was kann ein Mutterherz mehr erfreuen als ein «Danggä vielmal, chunscht am Fritig wieder.

Letzten Sonntag war ich ein wenig traurig, ist doch eine der älteren Kühe die schon viele Jahre auf der Alp verbracht hat, gestürzt. Als sie aufstehen wollte brach sie zusammen und rollte weiter den Hang hinunter. Zu viert haben sie die Kuh in den Viehwagen geladen und mein Schwiegersohn Markus, hat sie nach Hause genommen wo sie andern Tags eingeschläfert werden musste, weil das Becken gebrochen war.

So nun höre ich die Kühe kommen und ich «leggä Gadähudlä a» damit ich parat bin, wenn der Melkmaschinenmotor gestartet wird.

So geht mein Alpwochenende schon wieder langsam dem Ende entgegen. Ausser dem «Güsel» den ich am Sonntagabend in mein Auto lade, lege ich mir ein herrliches Stück Alpkäse und ein Mödeli Butter in meinen Korb und freue mich auf nächsten Freitag.

 

Händ ä gueti Ziit

Erika

Katharina Rhyner
24. Juli 2018 - 21:18
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