Alp Laisch

süt – trocken!!!

Da Braida und Marchet eine Woche am Bergsteigen sind, schreibe ich (Anna, die Mutter von Braida, Marchet und Jon) wieder einmal. Wir wechseln dieses Jahr ein wenig ab mit schreiben.

Es ist soooo trocken und warm bei uns – und diese Trockenheit gibt mir zu Denken. Wenn man wie hier auf der Alp so eng mit der Natur zusammen arbeitet, sieht man die Veränderungen von Jahr zu Jahr und man beobachtet die Folgen und dieses Jahr ist wirklich aussergewöhnlich.

Als ich gestern über die Weiden ging, knisterte es richtig unter den Füssen. Einen so trockenen Boden habe ich hier und auch in den letzten 9 Alpjahren noch nie erlebt und nur der Gedanke an einen Funken Feuer macht einem Angst. Und wenn ich die Weiden anschaue, mache ich mir Sorgen – wie lange können wir überhaupt noch hier z‘Alp bleiben, denn das Futter wird jetzt schon knapp und die Weiden sehen aus wie im September.

Auch wenn wir gleich viele Kühe haben, wie letztes Jahr und wir einen schneereichen Winter hatten, ist das Gras auf den Fettweiden im Frühjahr zwar gut gewachsen, auf den Mageren hingegen nicht. Dort wo ich in den letzten zwei Jahren 4-5 Tagen die Kühe weiden lassen konnte, ist dieses Jahr nach 3 Tagen das Gras gefressen und zwar sehen die beweideten Flächen aus wie Golfrasen. Normalerweise konnte ich nach ungefähr 4 Wochen die Kühe ein zweites Mal auf dieselbe Weide bringen, heuer kann ich das schon tun, aber ohne Wasser ist kein Gras nachgewachsen und es hat praktisch kein Futter mehr. Jetzt haben die Bauern entschieden noch etwas Heu hoch zu bringen, um die Alpzeit etwas verlängern zu können.

Wenn es nicht regnet, kann ich die Kühe auch nicht dort weiden lassen, wo es noch ein bisschen Gras hat, denn dort sind die Brunnen leer. Letzthin bin ich aber stolz nach Hause gekommen – denn ich habe mit Geduld, Gebastel und Fantasie endlich Wasser in einen Brunnen bekommen – auch wenn die Wasserfassung nicht gerade gut aussieht. Ja und wenn das Wasser knapp wird, läuft auch unsere Turbine nicht und die Folge ist, dass wir das Notstromaggregat laufen lassen müssen. Und ich sage euch, dann kommt bei mir gleich ein wenig Ferienstimmung auf, denn dann stinkt’s und tönt es, wie wenn ich im Bauch einer Fähre wäre. Aber die Ferienstimmung vergeht gleich wieder…

Ich habe mich noch nie in meinem Leben so sehr nach einem Tropfen Regen gesehnt. Und als es gestern nach langer langer Zeit wieder ein Gewitter gab, schienen mir die Tropfen wie Goldstückchen, die vom Himmel fielen, und erst das Geräusch vom Wasser auf dem Hüttendach und in der Regenrinne und auf dem Vorplatz– Himmlisch!

Braida Nesa
06. August 2018 - 08:30
1

Kommentare

1 Kommentare

nona
09. August 2018
17:16 Uhr

bain hast scrit, eir no vain giodü, sco amo mai, her saira il temporal.